Das Große im Kleinen

Isabella Bergner, ORF-Stimme

Aufgewachsen ist Isabella Bergner im heimeligen Himmelberg, ihr Herz hat sie vor mehr als zwölf Jahren aber an Klagenfurt verloren. „Nach der Matura wollte ich raus aus Himmelberg, wollte Großstadtluft schnuppern. Entgegen dem Rat meiner Mutter entschied ich mich für ein Studium in Wien“, erzählt Bergner. Nach sechs Monaten hatte die heute 31-Jährige genug vom Trubel und kehrte wieder zurück nach Kärnten. An der Uni Klagenfurt setzte sie ihr Publizistik- und Kommunikationswissenschaften-Studium fort und verlegte damals ihren Lebensmittelpunkt in die Lindwurmstadt – wo sie auch bleiben sollte. „Diese Entscheidung habe ich nie bereut. Auch wenn es kitschig klingen mag, aber die Stadt hat mich mit offenen Armen empfangen und ich fühle mich seit der ersten Stunde wohl hier“, sagt die sympathische ORF-Stimme. Hier hat sie auch ihren Traumjob gefunden. Gemeinsam mit Mike Diwald moderiert sie die Radio Kärnten-Morgenshow und verhilft damit tausenden Kärntnern in einen angenehmen und amüsanten Start in den Tag. Seit gut einem Jahr sieht man die Kärntnerin als Teil des Dabei-Teams von Kärnten heute auch immer öfter vor der Kamera – stets gut gelaunt und mit einem Lächeln auf den Lippen.

Dieses Schmunzeln hat sie auch, als wir sie fragen, was sie an Klagenfurt eigentlich so mag? „Es ist einfach eine liebenswerte Stadt, vor allem, wenn man – so wie ich – die Vorzüge im kleinen Maßstab schätzt.“ Sie sei nicht so klein, als dass man Sorge haben müsse, jeden Tag die gleichen Leute zu treffen. Aber sie sei auch nicht dermaßen groß, als dass man nie auf bekannte Gesichter trifft. Der Treffpunkt schlechthin ist der Benediktinermarkt, weiß auch Bergner: „Nach einem Frühdienst am Samstag ist ein Marktbesuch die schönste Belohnung für mich. Meist nehme ich extra weniger Geld mit, damit ich nicht alles zusammenkaufe, was ich sehe. Angefangen vom knackigen Gemüse bei meinem Standler des Vertrauens, den getrockneten Tomaten vom Italiener bis hin zum ofenfrischen Sieben-Korn-Brot und dem traumhaften gedeckten Apfelkuchen vom Gurktaler, in den ich mich hineinlegen könnte. Ich versuche auch jedes Mal etwas zu kaufen, das ich noch nicht kenne.“ Nach einer ausgedehnten Einkaufstour über den Markt kehrt sie noch gerne beim „Zuagrast“ in der Markthalle oder ein paar Meter weiter beim Thailänder „Nava“ auf ein  Mittagsessen ein. Und auch an der Fleischerei Rotter kommt sie nie vorbei: „Ich kaufe dort immer ein Becherl Verhackerts, das ist einfach das Beste!“ Und weil wir gerade bei der Kulinarik sind: Ihr Geheimtipp ist das Lokal „Old Lemon Tree“ am Anfang der Villacher Straße. „Das Restaurant führt ein ungarisch-italienisches Pärchen. Ich bin gerne dort, genieße die freundliche Atmosphäre, den frischen Kuchen oder die Chai Latte-Mischung. Wenn ich ins Old Lemon Tree komme, werde ich schon mit Ciao Isabella begrüßt“, schmunzelt Bergner, die man aber auch hin und wieder im Lendhafen-Café  oder beim Eissalon „Tutti frutti“ in der Burggasse trifft.

Nach so viel Genuss schlendert sie gerne durch die Innenstadt und bewundert die Renaissance-Fassaden, erkundet gerne kleine Gassen und wundert sich, dass sie nach unzähligen Spaziergängen über den Alten Platz  noch immer ein neue Details entdeckt: Ein Fresko, eine Malerei, eine Figur. „Gerade die Altstadt hat so viele Kleinode, an denen man oft achtlos vorbeigeht.“ Sie habe sich in Klagenfurt schon immer wohlgefühlt. „Je älter ich werde, desto mehr schätze ich die Lebensqualität hier. Man muss sich nicht in ein Auto oder eine Bim setzen, um zum nächsten Park oder Wald zu kommen. Hier gehe ich vor die Haustüre und stehe im Grünen. Und man braucht auch nur wenige Minuten mit dem Auto oder Rad, um einen Kaffee in der City zu trinken“, sagt Bergner.

Eine der wohl schönsten Erinnerungen an Klagenfurt ist auch eine der ersten, die Bergner mit ihrer jetzigen Heimatstadt verbindet. „Meine Mama ist mit meiner Schwester und mir zweimal im Jahr nach Klagenfurt, in die Großstadt, zum Einkaufen gefahren. Das war das Highlight schlechthin, auf das wir uns  das ganze Jahr schon gefreut haben. Wenn es soweit war, ist sie mit uns von Himmelberg über Krumpendorf gefahren. Dort gibt es eine kleine Strecke kurz vorm Schrottturm, gleich gegenüber vom See. Ich nenne den Abschnitt gerne meinen persönlichen Märchenwald. Im Sommer ist der Blick zum See fast zugewachsen, sodass ich mir immer vorgestellt habe, dass dort Feen, Elfen und ähnliche fantastische Wesen leben. Auch im Winter, wenn der Frost in den Zweigen hängt, war und ist das noch heute ein magischer Anblick“, verrät die ORF-Stimme.

Als Klagenfurterin wünscht sie sich, dass die Klagenfurter weniger jammern und sempern. Stattdessen soll ihnen endlich bewusst werden, wie viele Dinge diese Stadt so liebenswert machen. „Ich bin davon überzeugt, dass die Landeshauptstadt viel ungenütztes Potenzial hat. So könnte man mehr aus dem Lendhafen machen oder die Innenstadt für Radfahrer attraktiver gestalten und direkt im Zentrum Radwege bauen.“  Es könne vor allem im Sommer viel häufiger abendliche Veranstaltungen wie den Altstadtzauber oder lange Einkaufsnächte geben. „So etwas ist nicht nur für Touristen ein Magnet, sondern auch für uns Klagenfurt-Kinder. Wir nutzen gerne die lauen Nächte in der Stadt, wenn öfters etwas los wäre. Das würde mir taugen!“

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Isabella Bergner
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