Kreativviertel soll wachsen

Barbara Abel, Architektin Abel und Abel Architektur

„Früher saßen wir in Cafés, ausgestattet mit Skizzenblock, lauwarmem Milchkaffee und Laptop, um nicht einsam und allein daheim vor uns hin arbeiten zu müssen“, erzählt die Klagenfurter Architektin Barbara Abel und lächelt. Das wollten sie und ihr Ehemann Christoph Abel ändern und gründeten vor nunmehr acht Jahren den „Hafen 11“ – Kärntens ersten geförderten CoWorking Space für Kreativwirtschaftstreibende. Das umgebaute, stylische Großraumbüro vereint die gewohnte Kaffeehaus-Atmosphäre mit der Ruhe eines Arbeitsraumes für kreative Köpfe. Zwölf Kreativunternehmer haben im „Hafen11“ ihren Arbeitsplatz gefunden, an dem sie sich mit anderen austauschen können – aber nicht müssen.

CoWorkerin

Zwei Jahre später folgte mit der Standorterweiterung „Anlegestelle“ der nächste Schritt, um den Lendhafen weiter als Kreativviertel zu positionieren, wie sie erzählt. Positiver (und gewünschter) Nebeneffekt: Mit den „CoWorkern“ wurde auch das wunderbare Lendhafen-Viertel wieder belebt. Für die 32-jährige Klagenfurterin ist das ohnehin einer der schönsten Plätze in „ihrer“ Stadt.  „Wir haben mit dem Lendhafen einen wahren Schatz. Es ist ein Ort am Wasser, an dem man entspannen, spazieren, flanieren oder in der Sonne einen Kaffee trinken kann. Und das mitten in der Stadt“, schwärmt die Architektin und Mama einer kleinen Tochter.

Für Abel hat der „Hafen“ schon seit ihrer Kindheit etwas Besonderes. „Hier haben etliche Klagenfurter das Eislaufen gelernt, auch ich. Von der Stadt mit den Eislaufschuhen direkt zum Wörthersee flitzen – wo sonst kann man so etwas machen?“, meint die Vize-Chefin des österreichischen Kreativwirtschaftsverbandes.

Wie viele junge Menschen sei sie schon oft gefragt worden, warum sie nicht nach Wien, Graz oder sonst wohin auf der Welt geht. Doch das kommt für das „Wörtherseekind“ gar nicht infrage. „Die Lebensqualität, die ich hier habe, gibt es woanders wohl nicht. Ich kann mir einfach keinen schöneren Platz zum Leben vorstellen“, meint Abel, die in der Landeshauptstadt viel Entwicklungspotenzial sieht.  „Als junge Architektin kann man sich viel einbringen, kann mitgestalten und man wird ernst genommen. Diese Mischung bereitet mir große Freude.“ Die Kärntnerin würde sich wünschen, dass sich der Lendhafen als Kreativviertel noch weiter entwickelt und diese Energie, dieses urbane Lebensgefühl auf die Innenstadt überschwappt. „Und auch, dass mehr Leute in die Innenstadt ziehen und sie dadurch mehr belebt wird.“

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Barbara Abel
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