Die Lebensqualität ist unschlagbar

Lisa Jagenteufel, Innenarchitektin und Inhaberin Villa Lotta

Oft muss man weggehen, um zu erkennen, wie schön man es eigentlich in der Heimat hat. Auch Lisa Jagenteufel kehrte Klagenfurt für einige Jahre den Rücken. „Nachdem ich das HTL-Kolleg für Innenausbau und Holztechnik in Villach in der Tasche hatte, zog es mich nach New York, wo ich zwei Jahre bei der Innenarchitektin Stefania Rinaldi arbeitete“, erzählt die 38-jährige Klagenfurterin. Eigentlich wollte sie in den Staaten bleiben, doch das Schicksal hatte andere Pläne mit der ambitionierten Innenarchitektin. So kehrte Jagenteufel wieder zurück nach Kärnten und widmete sich dem alten Haus ihrer Taufpatin, das in der Ebentaler Straße 232 steht. Mit dem einen Ziel vor Augen: „Ich wollte und will, dass die Leute schöner wohnen.“

Das alte Haus renovierte sie nach ihren Vorstellungen und schuf die bezaubernde „Villa Lotta“, in der sie seit zehn Jahren nicht nur arbeitet, sondern auch wohnt. „Im Erdgeschoß habe ich meine skandinavische Wohnboutique eingerichtet, die ich regelmäßig umdekoriere, umstreiche und umgestalte“, verrät sie. Im ersten Stock ist ihr privates Reich, das einem Loft gleicht. Wie ein roter Faden zieht sich der skandinavisch-französische Stil durch das in Weiß- und Pastelltönen gehaltene Haus. „Die Leute lieben den Stil, vor allem deutschsprachige Blogger, die regelmäßig nach Kärnten kommen, um das Haus anzuschauen und zu fotografieren“, erzählt der Einrichtungsprofi, der selbst viel gerne reist. Obwohl sie als Innenarchitektin überall auf der Welt arbeiten und viele weitere „Villa Lottas“ aufbauen könnte, genießt sie das Nachhause kommen und bleiben jedes Mal aufs Neue.

„Die Lebensqualität hier ist unschlagbar. Angefangen von der klaren, reinen Luft, den Bergen, dem See bis hin zu unserem ausgezeichneten Trinkwasser, das einfach so aus der Leitung sprudelt. Wo gibt es das etwa sonst? Ich würde hier nie wegziehen wollen“, sagt Jagenteufel, die besonders die Nähe in Klagenfurt schätzt. So setzt sie sich im Sommer jeden Tag, bei jedem Wetter, auf ihr Fahrrad und radelt zum Wörthersee. „Ich lege mich dann im Strandbad auf die Bootsbrücke und freue mich, dass ich dort die altbekannten Gesichter sehe, die mir schon die Sommer zuvor zugelächelt haben“, schmunzelt die Kärntnerin. „Obwohl das Strandbad Klagenfurt riesig ist, ist es dennoch sehr familiär. Man kennt und grüßt sich, man passt auch aufeinander auf. Einmal hat mir ein älterer Herr, der jeden Tag auf der Bootsbrücke liegt, zugerufen, ich solle nicht so weit hinausschwimmen, schon gar nicht ohne eine Boje oder einen aufblasbaren Polster. Sonst müsse er mich ja irgendwann einmal aus dem Wasser ziehen“, lacht die Klagenfurterin, die sich trotzdem (oder gerade deshalb) keine Schwimmhilfe zugelegt hat. „Das mache ich vielleicht in ein paar Jahrzehnten, wenn ich den Jungen dann auf der Brücke  Tipps gebe.“ Bis dahin vertraut sie auf die Bootsbrücken-Kollegialität. Ihr Insider-Tipp: „Am allerschönsten ist es am See,  wenn es regnet. Dann hat man das Strandbad ganz für sich alleine. Man sollte seine Kleidung nur nicht vielleicht auf der Brücke liegen lassen, sondern vorher sicher vor dem Regen verstauen.“

Donnerstags findet man Jagenteufel am Benediktinermarkt, wo sie alles findet, was das Herz begehrt: Frisches Obst und Gemüse, heimisches Fleisch, Käse, Oliven und frisch gebackenes Bauernbrot. „Auch hier ist man nie alleine. Man trifft immer Freunde oder Bekannte, mit denen man auf einen Kaffee oder ein Glas Wein beim italienischen Stand gehen kann.“ Zum 500. Geburtstag der Stadt, hat sie einen Wunsch: Dass Klagenfurt selbstbewusster: „Die Gegend, die Landschaft und die Menschen sind einzigartig hier und das kann und sollte man auch ruhig nach außen hin leben“, meint Jagenteufel, die bereits am nächsten Projekt arbeitet. Demnächst eröffnet sie gleich neben ihrer „Villa Lotta“ ein Bed and Breakfast – ganz im für sie typischen Einrichtungsstil. „Wir haben jetzt schon Buchungen und Anfragen, hauptsächlich von Deutschen, die extra deshalb nach Klagenfurt kommen und an diesem wunderschönen Fleckchen Urlaub machen möchten.“

Beitragsbild
Lisa Jagenteufel
Innenarchitektin und Inhaberin Villa Lotta