Einmal Bali – und retour

Susanne Kos, Inhaberin "Gedankenkraft Schmuck" und zweifache Mutter

Das Gute liegt so nah

„Wenn man so weit abseits der Heimat gelebt hat, weiß man erst zu schätzen, wie gut wir es hier haben.“

Die gebürtige Klagenfurterin Susanne Kos verbrachte viele Jahre beruflich und privat im Ausland bis es sie wieder zurück in ihre Heimat Kärnten zog. Heute ist sie Inhaberin von Gedankenkraft Schmuck, einem Projekt, bei dem Schmuck, Frauen und eine besondere Botschaft im Vordergrund stehen.

Wenn man einen Blick in den Webshop von Gedankenkraft wirft, erkennt man schnell die Philosophie, die hinter den handgefertigten Schmuckstücken steht: Alles im Leben beginnt mit einem Gedanken. Wenn Gedanken und Herz im Einklang sind, wird die Kraft frei, die deine Träume verwirklicht. Beim Tragen und Verschenken der Armbänder und Halsketten schwingt also immer eine Botschaft mit, ein Wunsch oder ein Gedanke, der den Träger begleiten soll. In unserem Gespräch erzählt uns Susanne von ihren Jahren in Indonesien, ihrer Arbeit und den Gründen ihrer Rückkehr ins Heimatland.

Optimal für Kinder

Bali vs. Klagenfurt

Von 2002 lebte Susanne Kos ihren Traum auf Bali, wo sie einen 30 Meter langen Phinisi Schoner namens „MOANA“ bauen ließ, um die Inseln Indonesiens damit zu erkunden. Sie lebte auf diesem Boot, mit dem sie jahrelang Tauchgänge anboten. Anfangs wurde ihre Idee, ein Boot zu bauen und damit die Welt zu erkunden, belächelt, meint sie. Nach 11 Jahren auf Bali und dem erfolgreichen Unternehmen Moana Cruising, hat sie aber mehr als nur bewiesen, dass es funktionieren kann, seinen Gedanken und Wünschen nachzugehen. Diese Kraft der Gedanken und Wünsche will sie nun auch mit den Armbändern und Halsketten an die TrägerInnen des Schmucks, und auch den Produzentinnen desselben, mitgeben.

Gedankenkraft Schmuck lässt sie in ihrer zweiten Heimat Bali von Frauen produzieren, die oft körperlich gehandicapt sind und es in Indonesien schwer haben, eine Arbeit zu finden. Frauen sind in Bali gesellschaftlich schlechter gestellt als Männer, sie sind nicht erbberechtigt. Verwitwete Frauen und Kinder haben es aufgrund des fehlenden Sozialsystems besonders schwer in Indonesien und sind meist gezwungen, zu betteln um zu überleben. Gedankenkraft Schmuck gibt mit dem Projekt „Women of Bali“ indonesischen Frauen (derzeit sind es sechs) regelmäßige Arbeit, kontrolliert die Arbeitsbedingungen und gibt ihnen somit Freiheit und Unabhängigkeit. „Wenn diese Frauen ein eigenes Einkommen haben, steigt auch ihr Ansehen innerhalb der Familie“, weiß Kos, die den Home working mums sogar das Doppelte bis Dreifache des normal üblichen Lohns bezahlt. Mit diesem Projekt hat Susanne eine Möglichkeit gefunden, die Verbindung zur zweiten Heimat Bali aufrecht zu halten und den Menschen dort etwas zurückgeben.

Wegen der Familie und weil es hier so viel einfacher ist mit Kindern, deshalb sei sie nach 11 Jahren wieder in die Heimat zurückgekehrt. „Wir haben hier alles, was man so braucht: Die Berge, die kleine Stadt – besonders mit kleinen Kindern, in der man alles in naher Umgebung hat wie Sport, Bildung und eine saubere Umwelt vor allem. Das lernt man auch erst zu schätzen, wenn man längere Zeit in einem Land gelebt hat, wo es all das überhaupt nicht gibt. Dort gibt es weder Kinderbetreuung, noch gibt es Versorgung, wenn das Kind einmal krank ist. Da können die kleinen Dinge des Alltags schon einmal zu einer großen Hürde werden. Ich glaube, die Leute schätzen es oft gar nicht, wenn man innerhalb von 5 Minuten überall hinkommt und alles haben kann.“, so die zweifache Mutter.

Ziele setzen

Bei Gedankenkraft Schmuck geht es auch um Wünsche und darum, sich Ziele zu setzen. Susannes Ziel ist es wohl auch, mehr Weltoffenheit mit heim zu bringen: „Gedankenkraft heißt auch, wenn man etwas erreichen will, muss man sich das auch vorstellen können. Es ist wichtig, zu wissen, dass Wünsche in Erfüllung gehen können, wenn man nur daran glaubt. Ich habe so viele weltoffene kreative Menschen getroffen. Ich wünsche mir für Klagenfurt, dass sich jeder einzelne selbst nicht so wichtig nimmt, gleichzeitig aber groß denkt. Unsere erste Zielgruppe waren die Yogis, weil es zu dieser Zeit in Bali einfach diesen Trend gab, der mittlerweile auf Österreich und Deutschland übergeschwappt ist. Mein großer Wunsch, als ich damals aus Bali wegging, war, mein Yoga beizubehalten. Klagenfurt entwickelt sich im Moment zu eben dieser Yoga-Stadt. Mein Wunsch für Klagenfurt, und ich sehe hier schon erste Anzeichen, dass sich die Stadt so weiterentwickelt, nämlich immer so in dieser hohen Qualität.“

Als Unternehmerin wünsche sie sich einen wirtschaftlichen Aufschwung, die Kaufkraft müsse stimmen und es soll für junge Unternehmen leichter werden, sich hier anzusiedeln. Die jungen Leute, die Studenten sollen heimkommen und nicht ins Ausland gehen. Oft bleibt die Jugend in den größeren Städten hängen. „Ich würde mir wünschen, dass Klagenfurt als Universitätsstadt wächst, um mehr Jugend und die jugendliche Kreativität bei uns zu behalten.“

Susanne im Wordrap

Klagenfurt und Kulinarik

Ich liebe asiatisches Essen. Das gelingt noch nicht ganz hier, aber ich glaube, es wird.

Klagenfurt und Sport

Perfekt, man kann hier alles machen. Ganz toll sind die Sportwochen für Kinder, wo wir an fast allem teilnehmen. Man kann hier jeden Sport ausüben.

Familie in Klagenfurt

Es gibt nichts Schöneres. Ich war in meinem Leben noch an keinem Ort so glücklich mit meinen Kindern wie hier.

Frau sein in Klagenfurt – Frau sein in Indonesien

Wir jammern sehr gern bei uns. Wenn wir uns in Kärnten etwas wünschen, sind es eigentlich nur Luxuswünsche. Wenn man an die Frauen in Indonesien denkt, ist das ganz anders. Sie haben ganz grundsätzliche Wünsche. Bei unserem Hilfsprojekt zum Beispiel geht es den Frauen eigentlich nur darum, dass sie ihr eigenes Geld verdienen.

Beitragsbild
Susanne Kos
Inhaberin Gedankenkraft Schmuck, gebürtige Klagenfurterin und zweifache Mutter