Es ist die Seele der Stadt, die zählt

Stefan Skreinig, Musiker, bekannt als Stefan Thaler

Wir treffen Stefan Skreinig vor der Klagenfurter Villa Lido in der Wörthersee-Ostbucht zum Interview. Immer mit dabei: Seine Gitarre. Der 24-jährige Musiker, den man besser unter seinem Künstlernamen Stefan Thaler kennt, genießt den Blick auf den See und lässt es sich nicht nehmen, kurz seinen neuesten Song „Unsa Tog“ anzustimmen. „Eine Hymne der Freundschaft“, sagt der Kärntner, der 2017 sein erstes Album „Alle Zeit der Welt“ herausgebracht hat. Als junger Musiker kommt er viel in Österreich und Deutschland herum, doch so einen Platz wie Klagenfurt gibt es nirgendwo. „Da bin ich mir sicher.“ Sechs Monate hat der Kärntner in Wien gelebt: „Eine tolle Stadt, keine Frage.“ Doch sein Herz schlug stets für Klagenfurt. Doch was macht diese Stadt so liebenswert? „Sehenswürdigkeiten hat jede Stadt, das ist nichts Besonderes. Es ist die Seele einer Stadt, die zählt und sie lebens- und liebenswert macht“, erklärt Skreinig.

Seeblick

Von seiner Musik alleine kann der sympathische Sänger und Songwriter (noch) nicht leben. Daher kellnert er seit Jahren hauptberuflich im Café Domgassner, wo er viele Menschen und ihre Geschichten kennen lernt. Meist trifft man ihn daher im Domgassen-Viertel oder in der Burggasse, Eis schleckend bei seiner Lieblingsgelateria Tutti Frutti oder in der Ostbucht, von wo aus er seine Radlrunden startet oder sich mit Freunden und Geschäftspartnern trifft. „Die Atmosphäre am See stimmt einfach.“

Mit 100.000 Einwohnern ist Klagenfurt nicht riesig, dafür familiär, was der Kärntner so schätzt: „Man trifft sich zum Beispiel  am See und grüßt sich, kommt schnell ins Ratschen oder geht spontan mit einem Freund oder Bekannten einen Kaffee trinken. Hier ist  man nicht so anonym wie in einer Großstadt. Außer, man will es“, lacht der 24-Jährige, der schon als Kind die Gitarre seines Vaters nicht aus der Hand geben wollte, wie er erzählt. Inzwischen hat er seine eigenen Gitarren, die Leidenschaft in ihm brennt mehr denn je. „Das Beste ist, live zu spielen. Ich gebe irrsinnig gerne Wohnzimmerkonzerte, bei denen nur eine Handvoll Leute sind oder ich setze mich bei meiner Deutschland-Tour auf die Straße und gebe Hut-Konzerte. Wer meine Musik mag, wirft ein paar Münzen in den Hut. In Deutschland ist das etwas ganz Normales.“

Wenn Skreinig einen Wunsch frei hätte, dann würde er sich mehr Bühnen für bekannte und weniger bekannte Musiker wünschen. „Wir haben so viele talentierte Musiker in der Stadt, die man nicht hören kann, weil es zu wenig Raum für sie gibt. Gerade junge, unbekannte Künstler sind – wie ich aus eigener Erfahrung weiß – meist pleite und können sich Raummiete & Co. nicht leisten. Es wäre doch super, wenn es ein kostenloses Angebot geben würde.“

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Stefan Skreinig
Musiker, bekannt als Stefan Thaler