Mein perfekter Gegenpol

Raffaela Lackner, Leiterin Architektur Haus Kärnten

Während es sich die einen auf der Terrasse des Klagenfurter Cafés Park Haus gemütlich machen, Kaffee oder Spritzer trinken, sich mit Freunden treffen und über das Leben quatschen, raucht einen Stock über ihnen Raffaela Lackners Kopf. Die Leiterin des Architektur Hauses Kärnten hat im Obergeschoß des 1847 erbauten Gebäudes ihr „Reich“. Dort laufen seit 25 Jahren die Fäden des Vereins zusammen, hinter dem Architekten und Kreative stehen. Lackner hat seit nunmehr sieben Jahren die organisatorische und künstlerische Leitung des Hauses über und es sich zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein für Baukultur in Kärnten zu fördern. „Baukultur geht uns alle etwas an, schließlich leben wir in verbauter Umwelt. Alles, was uns umgibt ist bebauter Raum“, erklärt Lackner.

perfekter Gegenpol

Und genau dieser Job war es, der die gebürtige Oberkärntnerin vor neun Jahren nach Klagenfurt gebracht hat. Eine Entscheidung, die sie keineswegs bereut. „Ich habe mit meinem Team in den vergangenen Jahren das Architektur Haus weiter aufgebaut und mitgeprägt. Fast jeder Klagenfurter verbindet das Park Haus oder den Napoleonstadl mit Architektur und Design“, sagt Lackner, die das Haus nicht nur für das Fachpublikum öffnet, sondern auch für die breite Masse. So gibt es laufend Ausstellungen, Vorträge, Workshops und Exkursionen, immer mit dem Ziel der interdisziplinären Baukulturvermittlung. „Jeder hat das Recht, bei seiner Stadt mitreden und mitbestimmen zu können.“ Nicht selten, geht sie mit Ausstellungen „hinaus“ vor die Haustüre –  Installationen rund um das Architektur Haus und im Park gehören inzwischen zum Erscheinungsbild.

„Was ich an Klagenfurt so liebe?“, fragt die Architektin. „Die kleinteilige Innenstadt, die wunderschönen Innenhöfe, die gepflegten Renaissancegebäude und natürlich den Wörthersee. Als Bergkind ist er mein perfekter Gegenpol“, sagt Lackner. Die besten Ideen kommen ihr im Büro, wenn sie beim Panoramafenster auf dem überdimensional breitem Fensterbankerl sitzt und ihren Gedanken freien Lauf lässt.

Auch um in Urlaubsstimmung zu kommen, muss Lackner nicht weit wegfahren. „Wenn ich im Sommer nach der Arbeit auf mein Fahrrad steige und den Lendkanal Richtung See entlangfahre, dann ist das schon wie Urlaub. In solchen Momenten komme ich runter und lade meine Akkus wieder auf.“ Und die müssen in der nächsten Zeit auch voll sein, schließlich hat die begeisterte Triathletin mit weiteren Partnern spannende Projekte für die 500-Jahr-Feier in Planung. „Nachhaltige Stadtentwicklung ist ein wichtiger Punkt, daher blicken wir mit unserem speziellen und vielfältigen Programm in die Zukunft und binden auch Bürger ein. Wir wollen die Stadt sichtbar machen und werden unter anderem eine Installation im Park errichten, die das Architektur Haus und die Stadtgalerie miteinander verbindet“, verrät Lackner. Unter anderem wurde ein Stadtplaner von Wien beauftragt, sich die Stadt mit dem „Blick von außen“ anzusehen. „Die Ergebnisse sind ab Juni in einer Ausstellung im Architektur Haus zu bewundern“, so Lackner.

Beitragsbild
Raffaela Lackner
Leiterin Architektur Haus Kärnten