Qualität für Generationen

Alexander Langer, Klavierbauer und Geschäftsführer Klavierhaus Langer

Wenn Mauern sprechen könnten, dann hätten jene des Hauses in der Domgasse 10  so einiges zu erzählen. Seit mehr als 300 Jahren steht das Gebäude dort, seit 122 Jahren beheimatet es das Klavierhaus Alois Langer. Seither werden dort Klaviere gebaut, gestimmt und wieder auf Vordermann gebracht. „Generationen von Klagenfurtern kommen mit ihren Instrumenten zu uns, manche haben sogar noch meinen Großvater oder meinen Vater gekannt“, erzählt Alex Langer, der den Betrieb in vierter Generation führt. Mit Freude, wie er sagt. „Ein Klavier mit Qualität kann Generationen überdauern. Letztens war ein Kunde bei mir, der mir erzählte, dass er das Klavier damals für seine fünfjährige Tochter bei uns gekauft hat. Heute ist sie 40 Jahre alt“, erzählt der Klagenfurter, der sich neben Service, Verkauf und Vermietung von Klavieren und Pianos auf deren Transport spezialisiert hat. „Je schwerer das Klavier, je enger und steiler das Stiegenhaus, desto besser ist es. Das stachelt meinen Ehrgeiz an“, verrät der gelernte Klavierbauer, bei dem sogar schon einmal Udo Jürgens vorbeigeschaut hat.

„Beim Beachvolleyball Grand Slam im Sommer 2012 hatte Udo Jürgens einen Überraschungsauftritt. Damals haben wir gerade unseren ganz großen Bösendorfer Imperial 290 ins Geschäft geliefert bekommen. Plötzlich stand Udo Jürgens in der Tür und schaute sich das Klavier an. Er meinte, so einen großen brauche er gar nicht, ein kleiner genüge ihn für seinen Auftritt“, kann sich Langer noch gut an die Begegnung mit dem mittlerweile verstorbenen Musiker erinnern. Und auch Dieter Bohlen und Lionel Richie haben bereits auf einem „seiner“ Klaviere gespielt – aber auch etliche Musiktalente aus Kärnten, wie zum Beispiel Ingolf Wunder. „Wir vermieten unsere Klaviere an Künstler, stellen sie bei großen und kleinen Events wie zum Beispiel dem Carinthischen Sommer zur Verfügung“, erzählt Langer. Voriges Jahr hat er den großen Yamaha Konzertflügel für einen Konzertabend der japanischen Jazzpianistin Hiromi nach Bukarest ins Athenäum gebracht. „Sie spielt ausschließlich auf Yamaha CFX – im Osten sind diese Premium Instrumente noch nicht heimisch. Deswegen mussten extra anmarschieren. Das waren insgesamt 2600 Kilometer“, erzählt Langer, der viel herumkommt. Doch tauschen wolle er mit niemandem. „Klagenfurt ist wunderschön, hier bin ich aufgewachsen und hier fühle ich mich wohl“, sagt Langer. Auch die Landeshauptstadt als Firmensitz sei für ihn ideal. „Wir haben zwar nur 100.000 Einwohner, doch aufgrund unseres einzigartigen Angebotes und unseres Service reisen Kunden extra aus Wien, Graz oder Salzburg an, und die sind jedes Mal ganz fertig, wie schön die Klagenfurter Innenstadt ist.“

Seit 122 Jahren

Der 37-Jährige hofft, dass sich im Dom-Viertel wieder mehr Betriebe ansiedeln. „Seit Jahren herrscht hier ein Kommen und Gehen, was wirklich schade ist. Als Klavierhaus bin ich zwar auf Laufkundschaft nicht angewiesen, doch Boutiquen, individuelle, kleine Geschäfte oder kreative Betriebe würden die Gegend einfach wieder mehr beleben. Und davon würden wir alle profitieren“, meint der Klavierbauer, der, wenn er nicht Klaviere verkauft, stimmt oder mit seinem auffälligen schwarz-weißen Transporter Klaviere durch die halbe Weltgeschichte bringt, gerne fotografiert oder auf seiner Motocross sitzt und Gas gibt.

Abends trifft man Langer gerne mal im Café Domgassner. „Dort schmeckt das Bier immer gut und außerdem kennt man sich schon.“ Wenn man gut essen und einen schönen Abend verbringen will, ist das Schweizerhaus am Kreuzbergl ein heißer Tipp, meint er. Ansonsten geht es für Langer unter der Woche regelmäßig zum Benediktinermarkt. „Hier gibt es gutes und schnelles Essen, ideal für die Mittagspause“, weiß der Klagenfurt-Insider. Und abends? Keine Frage, ab ins Park Haus: Rauchfrei und gute Musik.

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Alexander Langer
Klavierbauer und Geschäftsführer Klavierhaus Langer