Teil der Geschichte

Raimund Plautz, Fleischermeister

 

Raimund Plautz ist – im wahrsten Sinne – ein eingefleischter Klagenfurter. Hier ist er geboren, hier lebt er und hier führt den Fleischermeistereibetrieb „Plautz – Frisch ins Haus“ in der 10.-Oktober-Straße 10. Nicht nur die Landeshauptstadt feiert ein Jubiläum, auch die Familie Plautz, wie der Chef verrät: „Am 1. Dezember 1988 habe ich den Betrieb meines Vaters übernommen und führe ihn nun in der vierten Generation.“ Die fünfte steht mit Sohn Thomas Plautz (30) bereits in den Startlöchern. 2019 steht das nächste große Jubiläum an, dann wird der Traditionsbetrieb 120 Jahre alt. „Damit sind wir die älteste, noch in Klagenfurt ununterbrochen befindliche Fleischerei in Klagenfurt“, ist Plautz stolz. Genau so alt ist auch das Familienrezpet des legendären Plautz-Leberkäs, für den die Fleischerei bekannt ist.

Im Jubiläumsjahr schmeckt der Leberkäs, den Plautz extra dafür mit dem Logo „500 Jahre Klagenfurt“ gebrandet hat, doppelt so gut. Er ist mit dem Jubiläumsweckerl der Bäckerei Taumberger, dem Jubiläumssenf von Wenger, dem Jubiläumsbier der Schleppe Brauerei und dem speziellen Morle-Eis der Eismeister Truppe Teil des „Klagenfurt Menü“, das bei allen 500-Jahr-Festlichkeiten serviert wird. „Der Klagenfurt-Leberkäse ist aber auch bei meinen Kunden sehr gefragt“, schmunzelt Plautz.

Auf eine lange Geschichte blickt allerdings nicht nur der Betrieb zurück, sondern auch das Gebäude selbst, in dem die Fleischerei untergebracht und Plautz aufgewachsen ist. „Es wurde genau nach dem Brand vor 500 Jahren errichtet, als Kaiser Maximilian den Landständen Klagenfurt schenkte. Das Haus ist also ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte“, erzählt der 54-Jährige. „Und ich bin froh, dass wir in der Lage sind, über so etwas zu verfügen.“

Als Urgestein hat der leidenschaftliche „Stadtrichter“ auch einige Insider-Tipps, wie er verrät: „Egal ob Einheimischer oder Tourist, man sollte sich unbedingt die wunderschönen Innenhöfe der Altstadt zeigen lassen“, sagt Plautz. Einen Abstecher zum legendären „Pumpe“ auf ein Bier, einen Einkaufsbummel über den Benediktinermarkt und einen Kaffee in einem der vielen Straßencafés gehören zu einem Stadtbesuch unbedingt dazu, rät der Klagenfurter, der vor zwölf Jahren Bühnenluft geschnuppert hat und seit gut acht Jahren bei den ehrenwerten Stadtrichtern zu Clagenfurth mitwirkt – und das mit Leib und Seele wie er sagt: „Wir sind die kritische Stimme der Stadt und tun gleichzeitig viel Gutes. Wie zum Beispiel mit unserem Altstadtzauber, bei dem das dort gesammelte Geld einem guten Zweck zugute kommt.“

Der Lebensmittelpunkt

Seinen Lebensmittelpunkt hatte Plautz immer in Klagenfurt, nicht nur weil er den Familienbetrieb zu führen hatte, sondern weil die Stadt mit allen ihren Facetten einfach lebenswert sei. „Die Größe ist ideal, wir kratzen gerade so am Rande der Großstadt. Dadurch hat man eine gewisse wirtschaftliche Potenz auf der einen Seite und auf der anderen Seite ist man gleich mitten im Zentrum und wenn man will, binnen zehn Minuten am Land. Und das in einer Umgebung mit dem Wörthersee und den Bergen“, schwärmt Plautz über seine Heimat. Auch die unmittelbare Nähe zu größeren Städten Laibach, Udine oder Graz hebt der fleißige Fleischermeister hervor. „Ich glaube, dass die Lage im Alpe-Adria-Raum eine ganz tolle ist und viel Zukunft bietet“, ist der Vater von zwei erwachsenen Söhnen überzeugt.

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Raimund Plautz
Fleischermeister