Haben unseren Mittelpunkt gefunden

Christian Aigner und Rene Schoahs, GIG Bar

Große Träume von der eigenen Gastronomie gibt es wie Sand am Meer, doch nur die wenigsten sind von Dauer. Die beiden Klagenfurter René Schoahs und Christian Aigner haben für ihren Traum gekämpft und es geschafft, mit ihrer GIG-Bar im Seepark Hotel ein nicht mehr wegzudenkender Fixstern am Klagenfurter Gastro-Himmel zu werden. Die Lage ihres  Lokals, direkt am Lendkanal, gegenüber vom Europapark spielte für die beiden befreundeten GIG-Chefs eine wichtige Rolle. Beide verbrachten große Teile ihrer Kindheit im Westen der Landeshauptstadt. „Den Europapark ist ein wichtiger Part, mit dem ich meine Jugend verbinde. In der Lend bin ich mit meinen Freunden im Frühling das erste Mal ins Wasser gesprungen, dort haben wir einfach eine coole Zeit verbracht“, sagt der 44-Jährige. Auch Aigner verbindet den Wörthersee, insbesondere das Strandbad und den E-Park mit damals. „Die Tramway, das Strandbad, die Ponderosa, die Steinerne Brücke, der Lendkanal – all das sind Stationen meiner Jugend“, erzählt der 42-Jährige, der im Gegensatz zu Schoahs nicht im Wörthersee, sondern wie viele Klagenfurter auch, in der Sattnitz schwimmen gelernt hat.

Seepark Hotel Klagenfurt, Foto: pixelpoint multimedia/WHandler
Seepark Hotel

Kennengelernt hat sich das Duo schon vor Jahren im Casino Velden, wo beide im Service arbeiteten.  „Wir haben uns sofort gut verstanden, aus Kollegen sind schnell Freunde fürs Leben geworden“, erzählt Schoahs, der sich nach einigen Jahren unbedingt selbstständig machen wollte. „Christian und ich haben so gut zusammengearbeitet, waren das perfekte Team. Ich wusste, dass wir einen gemeinsamen Betrieb gut aufziehen können“, erzählt Schoahs weiter, der aus einer Friseur-Familie kommt. Als gebrandmarktes Gastro-Kind war Aigner anfangs eher zurückhaltend, wie er ganz offen erzählt: „Ich habe ja gesehen, wie mein Vater rund um die Uhr gearbeitet hat.“  Schlussendlich aber konnte Schoahs seinen Kumpel von dem „gigantischen“ Projekt im Seepark Hotel überzeugen. „Weil einfach alles stimmte.“ Das war vor nunmehr zehn Jahren.

Die „Helden von Heute“ haben den Schritt nicht bereut, auch wenn die vergangenen Jahre nicht nur Zuckerschlecken war. Mit viel harter Arbeit, Fleiß und ständig neuen Ideen und Visionen haben sich die zwei Klagenfurter einen Namen gemacht und 2014 das zweite GIG in Velden eröffnet. 2016 folgte der nächste Streich: „Wir haben etwa 400.000 Euro in die Hand genommen, um das Klagenfurter Lokal von Grund auf neu zu gestalten.“  Ihr Erfolgsgeheimnis: „Wir geben nicht auf, machen alles unter uns aus und halten in jeder Situation zusammen, da fährt die Eisenbahn drüber“, sagt das Duo unisono.

Wenn die Gastronomen an „ihr“ Klagenfurt von früher zurückdenken, lächeln sie und erzählen, wie sie  (unabhängig voneinander) gerne durch die Stadt spazierten und ihre Nasen an die Schaufenster von Spielzeuggeschäften drückten. Vor allem die Bahnhofstraße ist Schoahs noch bestens in Erinnerung: „Im Steckenpferd und beim Herbst war ich fast täglich!“ Und später kam der erste McDonalds, auch das hat sich bei den Aigner und Schoahs fest eingebrannt. Die Kärntner finden es schade, dass es in der einstigen Einkaufsmeile stiller geworden ist. „Noch mehr kleine, individuelle Boutiquen und Geschäfte würden der Straße gut tun und sie wieder mehr beleben. So wie früher eben“,  meint Schoahs.  Sein Geschäftspartner Aigner wünscht sich für das 500 Jahre alte Klagenfurt noch etwas: Dass der Beachvolleyball Grand Slam sienen Weg wieder zurück in die Landeshauptstadt findet. „Das Event vermissen wir sehr. Es ist cool, die Stimmung und das Ambiente hier sind wie geschaffen dafür, außerdem ist es für Klagenfurt und Kärnten unbezahlbare Werbung. Die Bilder vom Beachvolleyball sind um die ganze Welt gegangen.“

Weggehen wollen die Gastronomen keinesfalls. „Das wohl größte und beste Argument hier zu bleiben und alt  werden zu wollen, ist die immense Lebensqualität, die man direkt vor der Haustüre hat. In wenigen Minuten kann man im Wörthersee schwimmen oder zum Europapark radeln und dort spazieren.“

Beitragsbild
Christian Aigner und René Schoahs
GIG Bar im Klagenfurter Seepark Hotel